Gedanken zu den Umfrageergebnissen – Hambacher Forst – Braunkohle

Wenn man diese Umfrageergebnisse ernst nimmt, kann man den Aktivisten, wie Ende Gelände oder den Leuten im Wald, die keiner Organisationsstruktur angehören, nur danken. Sie haben einen gesellschaftlichen Trend aufgezeigt, der offensichtlich von den Parteien, insbesondere der CDU und FDP nicht oder von Parteien wie den Grünen oder der SPD viel zu spät wahrgenommen wurden.

Quelle und weiter Daten aus dieser Umfrage: https://www1.wdr.de/nachrichten/landespolitik/nrw-trend-222.html

Die deutschlandweite Umfrage von emnid aus dem September 2018 zeigt ähnliche Ergebnisse:
„75% der Deutschen wollen den Hambacher Wald erhalten. 73% wollen einen frühen Braunkohleausstieg bis 2030.“

Vielleicht liegen in dem mangelnden Kontakt zur Basis auch die Ursachen für den Erfolg der AfD oder für den Regierungswechsel in Frankreich. Zugegeben, das sind Spekulationen.

Was für mich feststeht, ist ein tiefer Vertrauensverlust zu den etablierten Parteien. In diesem Zusammenhang gewinnt die außerparlamentarische Opposition als Korrektiv erheblich an Bedeutung für die Demokratie. Nebenbei können wir uns glücklich schätzen, dass dieses Thema von vielen jungen Menschen aufgenommen wird. Immerhin haben am 06.10.2018 ca. 50.000 vorwiegend junge Leute friedlich am Hambacher Wald demonstrierst anstatt sich politikverdrossen zurückzulehnen.

Daher sollten wir, nach meiner Meinung, die Aktivisten im Hambacher Forst wertschätzen und nicht mit einem absurden Polizeieinsatz niederknüppeln. Dies zeigt eher eine innerparteiliche Sturheit von Parteien, die sich zu weit von Ihrer Basis entfernt haben.

Mein Plädoyer: Dank an die Aktivisten und Unterstützer im Hambacher Forst. Diesen Menschen sollten in diesem Wald einen Raum bekommen, um vielleicht noch weitere, wertvolle Anstöße für unsere Demokratie zu liefern.

Zum Schluss noch ein Wort zur Gewalt, Steinen, Zwillen, Fäkalien. Jeder der sich ein wenig mit Fußball beschäftigt weiss, dass es in jedem Stadion viele Menschen gibt, die gewaltbereit sind. Manche von ihnen verwenden z.B. Pyrotechnik (Sprengstoffe?). Würden wir diese Menschen mit den „normalen“ Fans eines Fußballvereins gleichsetzen, wie es der Innenminister in NRW, Herr Reul mehrfach mit den Aktivisten im Hambacher Wald getan hat, ginge ein Aufschrei durch Deutschland wegen der Ungerechtigkeit. Viele Fußballspiele würden, vermutlich unter Einsatz von vielen tausend Polizisten, verboten.
Dies nur als Denkanstoß.

Welche Stromanbieter nutzen Braunkohle für die Stromherstellung?

Wer etwas tiefer in das Thema Braunkohle einsteigt, merkt schnell, so einfach ist das alles gar nicht. Die RWE zieht sich perspektivisch aus dem Privatkundengeschäft zurück und anderen Stromanbietern wie E.ON, EnBW, Vattenfall und viele Stadtwerke arbeiten auch mit Greenwashing. Hier werden einige Stromprodukte auf Ökostrom gestylt.

Wirklichen Ökostrom gibt es in Deutschland nur von wenigen Anbietern, die auf der Startseite gelistet sind. Wer sich mit seiner Verbrauchermacht für eine Energiewende, weniger CO2, weniger fossile Brennstoffe einsetzten möchte, sollte einfach diese Liste durchschauen und den sympathischsten oder preiswertesten Anbieter aussuchen und wechseln.

Für die, die es genauer wissen wollen, habe ich hier die Studie „Kohle und die großen Energieversorger“ verlinkt.  Herausgeber: PowerShift e.V. Greifswalder Str. 4, 10405 Berlin
In Kooperation mit ROBIN WOOD e.V. und der Rosa-Luxemburg-Stiftung

 

Google Anzeigen zum Braunkohleausstieg

Zur Verbreitung dieser Website nutze ich auch Google-Anzeigen, die über Spenden einger der genanneten Ökostromanbieter finanziert werden. Heute Morgen hab ich ich mal nachgeschaut, wo die Anzeigen zum Braunkohleausstieg wirken und bin recht zufrieden. Ja, die RWE buttert etwas mehr Geld in die Anzeigen und steht obnen. Aber sie steht nicht alleine dort 🙂

Und hier mal die Anzeigenstatistik vom 08.10.2018